Details

Kategorie

Datum

08.12. - 10.12. 2016

Ort

Ludwig-Wucherer-Straße 2, 06108, Halle (Saale), Deutschland
Weitere Informationen

Webseite

Kontakt

Marc Weiland

E-Mail: marc.weiland@germanistik.uni-halle.de

Übersicht

In ihren medialen Erscheinungen werden dörfliche und ländliche Räume häufig als Lebenswelten gekennzeichnet, die im Verschwinden begriffen oder längst verschwunden sind – sei es nun aufgrund demografischer, ökonomischer, technischer, politischer und/oder soziokultureller Umbrüche oder Transformationen. Dabei verursacht ihr Verschwinden, ob als langwieriger Prozess oder abruptes Ereignis, immer auch Leerstellen in sozialen, symbolischen und topografischen Zusammenhängen und Orientierungssystemen. Diese Leerstellen fordern jedoch zugleich die individuelle und kollektive Erinnerung und Imagination heraus und evozieren damit beinahe zwangsläufig ästhetische und ästhetisierende Wahrnehmungs- und Darstellungsweisen. Daraus resultieren künstlerische Werke jedweder Art, die Verlusterfahrungen ergründen, das Verschwundene im kulturellen Gedächtnis archivieren, Ursachen und Wirkungen reflektieren und/oder engagiert eingreifen – und somit auch für die imaginative Neuerfindung jener Dörfer und Landschaften sorgen, die aktuell verschwinden oder bereits verschwunden sind. Die Tagung will die verschiedenen Formen, Funktionen und Folgen des Verschwindens von Dörfern und Landschaften im Spiegel ihrer Ästhetisierungsweisen und vor dem Hintergrund gesellschaftlicher und kulturhistorischer Problemstellungen erkunden: Mit welchen künstlerischen Mitteln wird das Verschwinden von Dörfern und Landschaften dargestellt? Welche Erinnerungen werden mit ihnen verbunden und wie werden sie aktiviert? Welche Themen und Motive werden in sie projiziert oder aus ihnen erschlossen? Welche ökonomischen, politischen, sozialen und/oder kulturellen Diskurse werden dabei thematisiert und reflektiert? Welchen Beitrag leisten ästhetische Verfahren zur Erkenntnis, Kritik und Vermittlung der mit dem Verschwinden einhergehenden sozialen Prozesse und Erfahrungen? Welche neuen Entwürfe und Nutzungsstrategien werden anstelle der verschwundenen Dörfer und Landschaften gesetzt?