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Datum

16.02. - 17.02. 2018

Ort

Universität Leipzig

Schillerstraße 6 | Raum S 202 | 04109 Leipzig
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    Jürgen Dinkel

    E-Mail: juergen.dinkel@uni-leipzig.de

    Übersicht

    Am 7. und 8. Juli 2017 trafen sich in Hamburg die StaatschefInnen von 20 Industrie- und „Schwellenländern“ zum G20 Gipfel. Diskutiert wurde dabei die weitere Ausgestaltung des globalen Finanz- und Wirtschaftssystems. Kaum zur Debatte standen grundlegende Alternativen zu westlichen liberalen Modellen der freien Marktwirtschaft. Genau dies war auf internationaler Ebene schon einmal anders. In den 1960er und 1970er Jahren diskutierten postkoloniale Staaten, westliche NGOs und die Regierungen aus Ost und West im Rahmen des Nord-Süd-Dialogs grundlegende Reformen der internationalen Beziehungen, mit einem Schwerpunkt auf Konzepten einer postkolonialen Weltwirtschaftsordnung. Die Institutionen und Foren, die im Zuge dieser Auseinandersetzungen geschaffen wurden, existieren zum Teil bis in die Gegenwart. Ihr politisches Gewicht hat seitdem jedoch je nach Institution ab- oder zugenommen. Dies gilt beispielsweise für Eine-Welt-Läden oder internationale Organisationen wie die Bewegung Bündnisfreier Staaten, die UNCTAD oder die G7- beziehungsweise G20 Treffen, in denen auch heute noch globale Wirtschaftsfragen diskutiert werden. In unserem Workshop wollen wir die Vorgeschichte heutiger Debatten untersuchen.

    Der Workshop wird großzügig unterstützt von der Fritz Thyssen Stiftung für Wissenschaftsförderung und dem Forum for the Study of the Global Condition.

    Gäste sind herzlich willkommen. Um eine formlose Anmeldung wird gebeten.

    Quelle: Historisches Seminar, Universität Leipzig, Link (4. Dezember 2017)

    Konzeption

    • Dr. Jürgen Dinkel (Leipzig)
    • Steffen Fiebrig (Halle)
    • Dr. Frank Reichherzer (Berlin)

    Programm

    Freitag, 16.02.2018

    10.00 – 10.30 Uhr: Ankunft

    10.30 – 11.00 Uhr: Begrüßung/Einführung

    • Jürgen Dinkel (Leipzig), Steffen Fiebrig (Halle), Frank Reichherzer (Berlin)

    11.00 – 12.30 Uhr: Panel 1: Entwicklungsdebatten und -projekte

    • Moderation: Patrick Wagner (Halle)
    • Eva-Maria Muschik (Florenz): Managing the World: Die Vereinten Nationen und die Debatte um Staatsverwaltung als Mittel zur Modernisierung in den 1950er Jahren
    • Birte Förster (Darmstadt/Bremen): Experten und Staudämme. Die Infrastrukturförderung der Weltbank in Ghana und Guinea
    • Stella Krepp (Bern): Die ECLA/CEPAL, Lateinamerika, und der ‚decolonization divide‘, 1948-1973

    12.30 – 13.30 Uhr: Mittagspause

    13.30 – 15.00 Uhr: Panel 2: UNCTAD, UNIDO und G7

    • Moderation: Sönke Kunkel (Berlin)
    • Steffen Fiebrig (Halle): Die Neue Weltwirtschaftsordnung der UNCTAD
    • Christian Michel (Genf): Technologietransfer und die neue internationale Arbeitsteilung in den 1970ern: die Rolle der UN-Organisationen im Nord Süd Konflikt (UNCTAD & UNIDO)
    • Samuel Beroud (Genf): OECD und G-7 im Nord-Süd-Konflikt

    15.00 – 15.30 Uhr: Kaffeepause

    15.30 – 17.00 Uhr: Panel 3: Bündnisfreie

    • Moderation: Dirk van Laak (Leipzig)
    • Jonas Kreienbaum (Rostock): Lusaka 1970. Die ökonomische Refokussierung der Bündnisfreien
    • Natasa Miskovic (Basel): Tito-Jugoslawien als Makler im Nord-Süd-Konflikt
    • Arno Trültzsch (Leipzig): Globale Gerechtigkeit durch Völkerrecht? Der Nord-Süd-Konflikt in den Vereinten Nationen und die Mittlerrolle Jugoslawiens

    17.00 – 17.30 Uhr: Kaffeepause

    17.30 – 18.30 Uhr: Panel 4: Ungleichheiten benennen und beschreiben

    • Moderation: Isabella Löhr (Leipzig)
    • Martin Deuerlein (Tübingen): Inter-Dependenz: Nord-Süd Beziehungen, Globalismus und die Auseinandersetzung um die Deutung der Welt in den langen 1970er Jahren
    • Katja Naumann (Leipzig): Die Behandlung globaler Ungleichheit in internationalen Kooperationen im Feld der vergleichenden Sozialwissenschaft

    20.00 Uhr: Abendessen

     

    Samstag, 17.02.2018

    9.00 – 10.30 Uhr: Panel 5: Ost-Süd-Beziehungen

    • Moderation: Bernd Greiner (Hamburg/ Berlin)
    • Steffi Marung (Leipzig): Jenseits von Nord und Süd: Sowjetische Deutungen postkolonialer Entwicklung, 1950er bis 1970er Jahre
    • Andreas Hilger (Moskau): Sozialismus, Weltwirtschaft und Dritte Welt: Sowjetisch-indische Wirtschaftsbeziehungen
    • Bence Koscev (Leipzig): Reshaping the Global Order. European CMEA countries and the concept of the New International Economic Order

    10.30 – 11.00 Uhr: Kaffeepause

    11.00 – 12.30 Uhr: Panel 6: West-Süd-Beziehungen

    • Moderation: Matthias Middell (Leipzig)
    • Rüdiger Graf (Potsdam): ’One, two, many OPECs’? Ressourcensouveränität und New International Economic Order in den 1970er Jahren
    • Simone Müller (München): „Pesticide Donations“: Der internationale Handel mit giftigen Abfallstoffen und die Entwicklungshilfe
    • Thomas Zimmer (Freiburg): „Gesundheit für alle“ – in Nord und Süd. Die Weltgesundheitsorganisation und die Neuordnungsversuche der internationalen Beziehungen in den 1970er Jahren

    12.30 – 13.30 Uhr: Mittagspause

    13.30 – 15.00 UhrPanel 7: Nach dem Nord-Süd-Konflikt

    • Moderation: Patrick Merziger (Leipzig)
    • Benjamin Möckel (Köln): Die „Dritte Welt“ in der Fußgängerzone. Weltläden als postkoloniale Imaginationsräume
    • David Kuchenbuch (Gießen): Dialog „Nord-Nord“? Globalistische Selbstkritik und entwicklungspolitische Bildungsarbeit in der Bundesrepublik Deutschland der 1970er und frühen 1980er Jahre
    • Timothy Nunan (Berlin): New International Islamic Order? Islamist Visions of Globalism in the 1980s

    15.00 – 15.15 Uhr: Kaffeepause

    15.15 – 16.00 Uhr: Abschlussdiskussion